
Der „Förderkreis Gedenk– Begegnungs- und Lernort Alter Leipziger Bahnhof“ führt in Kooperation mit der Blauen Fabrik seit 2023 die Veranstaltungsreihe „Erinnern Bilden Begegnungen am Alten Leipziger Bahnhof“ durch. Die einzelnen Veranstaltungen werden aus dem Netzwerk des Förderkreises heraus organisiert. Die Veranstaltungen werden vom Stadtbezirksamt Dresden Neustadt gefördert.

2025
11. 09.2025 Öffentlicher Abend mit Diskussion zum Entwicklungsstand am Gedenkort und Begegnungszentrum Alter Leipziger Bahnhof
Der Alte Leipziger Bahnhof ist ein zentraler Ort der Dresdner NS-Geschichte: Von hier aus wurden Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma aber auch andere Verfolgte des NS-Regimes aus Sachsen deportiert. Seit Jahren wird über die Entwicklung des Areals zu einem Gedenk-, Bildungs- und Begegnungsort diskutiert – doch der Grundstückserwerb stagniert, die Umsetzung kommt kaum voran.
Der Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e.V. stellt daher am 11. September 2025 ein aktualisiertes Konzept für eine Gedenk- und Begegnungsstätte vor und lädt im Anschluss zum Podiumsgespräch ein. Gemeinsam mit Vertreterinnen aus Politik und Stadtgesellschaft wollen wir diskutieren, wie die Planungen endlich Fahrt aufnehmen können.
12.09.2025 Audiovisueller Abend über Leben und Werk von Irena Rüther-Rabinowics
Irena Rüther-Rabinowicz war eine jüdische Künstlerin und gehörte zu den drei ersten Frauen, die 1919 an der Kunstakademie Dresden immatrikuliert wurde, wo sie zur gleichen Zeit wie Otto Dix studierte. Später wurde sie freischaffende Künstlerin. 1934 wurden sie und ihr Mann Hubert Rüther mit einem Ausstellungsverbot belegt. Da Hubert Rüther dem Druck der Nazis zur Beendigung ihrer Mischehe nicht nachgab, wurde sie nicht deportiert, jedoch nach der Pogromnacht 1938 für einige Wochen inhaftiert. Ab April 1943 wurde Irena Rüther-Rabinowicz zur Zwangsarbeit in einer Kartonfabrik verpflichtet. Am 16. Februar 1945 sollten die letzten in Dresden noch lebenden Jüdinnen und Juden in das KZ Theresienstadt deportiert werden. Der alliierte Luftangriff vom 13. Februar verhinderte die geplante Deportation. Nach dem verheerenden Krieg nahm sie als Künstlerin wieder am kulturellen Leben der Stadt Dresden teil und trat besonders als Porträtistin in Erscheinung. Irena Rüther-Rabinowicz starb 1979 in Dresden und wurde auf dem Friedhof in Loschwitz beerdigt.
Beteiligte Künstler: Anna Quitzke / voice performance – Günter Heinz / music performance – Jo Siamon Salich / interactive visuals –
Andre Bartetzki /sounds
07. 11.2025 Vernissage der Ausstellung „Memento Mori – Brücke zwischen Zeit und Raum“
Eine deutsch-polnische Kunstausstellung von Hanna Krezlewska und Robert Koch mit Fotografien, Linoldrucken und Lyrik.
Im Mittelpunkt stehen Fotografien, Linoldrucke und Lyrik, die sich mit europäischen und weltweiten Friedhöfen sowie mit dem kulturellen Umgang mit Endlichkeit befassen. Die Fotografien von Hanna Krezlewska eröffnen einen unkonventionellen Blick auf das Vergehen der Dinge und beleuchten die Bedeutung von Friedhofsarchitektur als Ort des Erinnerns. Für sie erzählen Friedhöfe Geschichten über Lebensweise, Werte, Glauben und künstlerische Ausdruckskraft. Gezeigt werden u. a. polnische, deutsche, jüdische, maltesische und japanische Grabstätten sowie historische Erinnerungsorte. Neben klassischen Trauerfiguren rückt sie auch die Vielfalt symbolischer Ausdrucksformen in den Fokus. Die Linoldrucke von Robert Koch sind tief in der Bildsprache der Antike und des Mittelalters verwurzelt. Inspiriert von mythologischen Erzählungen, Todesmotiven und archetypischen Gestalten verbindet er klassische Themen mit einer zeitgenössischen Technik. Der klare Kontrast und die grafische Schärfe des Linolschnitts verleihen seinen Werken besondere Intensität. Ergänzt wird die Ausstellung durch Gedichte von Hanna Krezlewska zum Thema Vergänglichkeit, die in drei Sprachen – Polnisch, Deutsch und Englisch – präsentiert werden und so den Dialog über Sprachgrenzen hinweg öffnen.
09.11.2025 Gedenken an die Reichsprogromnacht
04.12.2025 Vernissage zur Ausstellung „UnSeen: künstlerische Forschung als Erinnerungsarbeit?“
Vom 5. Dezember 2025 bis 6. Januar 2026 zeigte der Fachbereich Kunstpädagogik/-didaktik der Universität Potsdam in enger Kooperation mit dem Förderkreis Alter Leipziger Bahnhof unter kuratorischer Leitung von Dr. phil. Antje Winkler, die Ausstellung »UnSeen«. Präsentiert werden künstlerische Arbeiten von Studierenden der Universität Potsdam, die sich im Rahmen von Seminaren seit 2024 forschend mit dem Alten Leipziger Bahnhof in Dresden – einem NS-Täter*innenort der Deportationen – auseinandergesetzt haben. Hinzukommen künstlerische Arbeiten von Studierenden der Brandenburgischen-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, die sich auch seminaristisch zum einen im Primarstufenbereich und im Fachbereich Soziale Arbeit mit »Erinnerungskultur und Kunst« dem Novemberpogrom in Senftenberg 1938 sowie mit rassistischen Morden in Brandenburg in der BRD der 1990er Jahre befassten. „UnSeen“ versteht sich als Artistic-Research-Projekt und als offenes Forum für Dialog, Reflexion und künstlerisch-ästhetische Bildung – an einem Ort, der Fragen herausfordert und der ein künstlerisch-ästhetisches Denkhandeln für eine plurale und zeitgenössische Erinnerungskultur fokussiert. Eine zentrale Fragestellung ist, wie künstlerische Forschung zur ästhetischen Bildung, zur historischen Reflexion und zu einer pluralen bzw. zeitgenössischen Erinnerungskultur beitragen kann und zugleich das Unsichtbare sichtbar macht sowie neue Perspektiven und Zugänge auf Täterschaft, Erinnerung und Gegenwart eröffnen.
05.12.2025 Konzert „Herje Mine“
Herje Mine ist ein seit 2015 bestehendes, transkulturelles 5-köpfiges Ensemble, das sich als fester Bestandteil der freien Szene Leipzigs und Sachsens etabliert hat. Im vergangenen Jahr wurde die Band beim 31. Folkherbst in Plauen sowohl von der Jury mit dem ersten Preis als auch vom Publikum mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Der Schwerpunkt der Band liegt auf Klezmer- und Balkanmusik.In ihrem neuen Programm „Pijut” haben sie die Sängerin Shira Bitan zu Gast. Gemeinsam präsentieren sie verschiedene traditionelle Lieder aus der Pijutim (jüdische Liturgie) auf energetische und tanzbare Weise.
Im Rahmen der Reihe finden auch schulpädagogische Arbeit, Führungen von Nachfahren von Holocaust-Überlebenden und verschiedene Netzwerktreffen statt.
2024
05.12.2024 Eröffnung der Installation „The Equation“ & Konzert mit dem Ido Spak Trio
Die Installation ist ein Teil des Projektes „P.T.SS D Generation 3.0“ des jüdischen Fotografen Idan Golko.
Die musikalische Umrahmung (und anschließendes Konzert) erfolgt durch das Ido Spak Trio.
Veranstaltung der Blauen Fabrik
Im Rahmen der Ausstellung fand ein Interview mit dem Goethe-Institut statt, welches auch im gMagazin „Zeitgeister“ und am 27.01.2025 auf der Startseite des Magazins „Gegenüber“ veröffentlicht wurde.
21.11.2024 Veranstaltung mit Mitarbeitern des „Museum Rigaer Ghetto“
Veranstaltung des Bündnis gegen Antisemitismus
28.10.2024 Eröffnung der Ausstellung „Polenaktion“
Veranstaltung des Gedenkort ALB e.V.
19.09.2024 Musik / Lieder / Gedichte
Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Dresden
wegen Krankheit des Referenten ausgefallen
29.08.2024 18:00 Uhr „Erinnerungen im Judentum“
Vortrag mit anschließender Diskussion von Rabbiner Moshe Barnett ( Vorstand Jüdische Kultusgemeinde Dresden)
27.06.2024 Filmvorführung „Die Juden sind weg. Das Lager Hellerberg“
Filmvorführung und Diskussionsrunde. Der Filmemacher Ernst Hirsch ist anwesend.

