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Kammermusik mit Werken jüdischer Komponisten

19. Juni | 20:00

Spende

Kammermusik mit Werken jüdischer Komponisten

Viola Breuer (Violine) und Marianna Naryshkina (Klavier) spielen Kammermusik jüdischer Komponisten.
Mit einer Einführung von Avery Gosfield.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Erinnern Bilden Begegnen am ALB 2026“, gefördert vom Stadtbezirk Dresden Neustadt.

Programm
Ernest Bloch (1880-1959): „Baal Schem“ für Violine und Klavier
Joseph Achron (1886-1943): „Hebräische Melodie“ für Violine und Klavier
Joachim Stutschewsky (1891-1982): 13 jüdische Volksweisen für Violine und Klavier
Darius Milhaud (1892-1974): Violinsonate Nr. 1
Julius Chajes (1910-1985): Sonate in a-Moll für Violine und Klavier

Besetzung

Marianna Naryshkina studierte Klavier an der   Hochschule für Musik Dresden bei Prof. Arkadi Zenzipér. Nach dem Masterstudium schloss sie ein Meisterklassestudium erfolgreich ab und studierte im Anschluss an der Brescia Talent Music Master Academy bei Prof. Andrea Bonatta. Sie ist Preisträgerin von internationalen Klavierwettbewerben, unter anderem dem Rachmaninow-Wettbewerb Köln/Bonn und dem Internationaler Klavierwettbewerb Vietri sul Mare. Als Solistin spielte Marianna mit der Elbland Philharmonie Sachsen, dem Orchester des Mozart-Vereins im Canonenhof Dresden dem Orchester Junge Philharmonie Brandenburg. Sie konzertierte bereits in den USA, in Kanada, China und Italien und trat beim Internationalen Festival Schubertiaden in Schnakenburg, sowie dem Palais Sommerfestival in Dresden auf. Als Lehrerin ist Marianna Naryshkina am Sächsisches Landesgymnasium für Musik und an der Hochschule für Musik Dresden tätig.

Viola Breuer studierte Violine an der Musikhochschule Mannheim bei Prof. Susanne Rabenschlag und an der Hochschule für Musik Saar bei Prof. Joshua Epstein. Den Schwerpunkt ihres Studiums legte sie auf die klassische Kammermusik. Während ihres Studiums absolvierte sie ein Erasmus- Semester in Dublin, wo sie sich intensiv mit traditioneller, irischer Kammermusik beschäftigte. Darüber hinaus musiziert sie außerhalb der Klassik in den Bereichen Bluegrass und Crossover/Pop, wo sie bereits mit Grammy-Preisträgern wie Michael Bublé und Milli Vanilli auf der Bühne stand. Sie spielt bundesweit in mehreren Orchestern und Ensembles, u.a. der Sinfonietta Dresden, dem Musica Sancta Ensemble Berlin und dem Ensemble des Capitol Mannheim, außerdem spielte sie bereits mit renommierten Orchestern wie der Elbland-Philharmonie Sachsen und dem Kurpfälzischen Kammerorchester.
Als Solistin oder mit kammermusikalischer Besetzung konzertierte Viola Breuer bei unterschiedlichen musikalischen und Konzertreihen wie dem Kammermusikfestival Berlin, den Darmstädter Residenzfestspielen, den Rathauskonzerten Speyer und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den Komponisten

Ernest Bloch (1880–1959) war ein Schweizer Komponist, der vor allem für seine symphonischen Werke und sein Engagement für jüdische musikalische Identität bekannt wurde. Geboren in Basel, studierte er zunächst am Konservatorium in Zürich und setzte seine Ausbildung später in Paris und Zürich fort. Bloch entwickelte einen markanten Stil, der spanische, jüdische liturgische und andere ethnische Einflüsse mit der europäischen Romantik verband, was sich besonders in seinen Werken wie der Musik für Orchester und dem Violinkonzert zeigt. In den 1930er Jahren emigrierte er in die USA, wo er Professor an der Universität Utah wurde und eine bedeutende Reihe von Chor- und Orchestermusik komponierte. Blochs Musik zeichnet sich durch expressiven Sinn für Melodik, kraftvolle Rhythmik und eine tiefgreifende spirituelle Dimension aus.

Joseph Achron (1886–1943) war ein russisch-jüdischer Komponist und Violinist, der eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der jüdischen Musik des 20. Jahrhunderts spielte. Geboren in Kief, heute Ukraine, erhielt er früh eine umfassende musikalische Ausbildung und setzte sich später mit Komposition und Violine auseinander. Achron verband liturgische jüdische Melodien mit europäischer Romantik, serbischer Volksmusik und modernen Strömungen, was sich in seinen Violinkonzerten und Kammermusikwerken widerspiegelt. Während des frühen 20. Jahrhunderts wirkte er in Russland, Deutschland und schließlich in Großbritannien, wo er sich als Musiker und Lehrer etablierte und auch als Leiter von Musikensembles fungierte. Seine Werke zeichnen sich durch expressiven Gesang, klare melodische Linien und eine tief verwurzelte jüdische musikalische Identität aus.

Joachim Stutschewsky (1891–1982) war ein österreichisch-israelischer Komponist, Cellist und Musikwissenschaftler. Geboren in Prag, trat er als Bratschist auf und engagierte sich aktiv als Organisator und Vermittler moderner Musik. Er arbeitete eng mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und verband traditionelle Formen mit avantgardistischen Ausdrucksmitteln. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte er nach Israel, wo er weiter komponierte, lehrte und musikwissenschaftlich tätig war. Seine Werke spiegeln die Brücke zwischen europäischer Avantgarde und israelischer Musikkultur wider.

Darius Milhaud (1892–1974) war ein französisch-jüdischer Komponist, Dirigent und Lehrer. Geboren in Sassel (heute Frankreich), entwickelte er sich zu einem zentralen Vertreiber der französischen Moderne. Milhaud war stark von Jazz, lateinamerikanischen Rhythmen (insbesondere brasilianischen) und polytonaler Harmonik geprägt, was sich in seinen opulenten Orchestern, kammermusikalischen Werken und Musicals widerspiegelt. Er arbeitete eng mit dem Pariser Musikleben, stand in Briefwechseln mit vielen Zeitgenossen und lehrte später an der Mills College in Kalifornien. Milhaud setzte sich zeitlebens mit jüdischen Themen auseinander, integrierte hebräische Motive und jüdische Geistesströme in seine Musik, und blieb eine der prägenden Stimmen der französischen Musik des 20. Jahrhunderts.

Julius Chajes (1910–1985) war ein polnisch-jüdischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge. Geboren in Lemberg (heute Lviv, Ukraine/Polen), wuchs er in einer stark musikalisch geprägten jüdischen Umgebung auf und studierte Komposition in Warschau. Chajes lebte später in den USA, wo er sich als Lehrender und Komponist etablierte. Sein Schaffen verbindet europäische klassisch-romantische Linienführung mit jüdischen liturgischen und volkstümlichen Einflüssen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen kammermusikalische Stücke, Klaviermusik sowie Orchesterwerke, durch die er eine sensible Melodik, klare Formen und eine tiefe kulturelle Identität ausdrückte. Als Pädagoge trug er zur Förderung jüdischer Musik- und Kulturtraditionen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei.

 

 

Details

Datum:
19. Juni
Zeit:
20:00
Eintritt:
Spende
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