Selbstdarstellung

Die blaueFABRIK als Kulturort und spätere Künstlervereinigung gibt es seit der Wendezeit. 1991 führten Thomas Haufe, Lutz Fleischer und Sigrid Walter die Räumlichkeiten einer seit den 1970er Jahren bestehenden Modellbauwerkstatt einer künstlerischen Nutzung als Galerie zu. Sie gaben dem Ort auch den Namen „blaue Fabrik“. Die „Gründerväter“ tranken nach ihren Aktionen gerne Eibauer Bier und die auf den Bierdeckeln abgebildete blaue Brauerei inspirierte zum Namen.

Der jetzige Träger, die „Künstlervereinigung blaueFABRIK e. V.“, ist 1996/97 (1996 Anmietung der Räume der ehemaligen Galerie, 1997 Vereinsgründung) entstanden. Einige der Gründungsmitglieder waren u.a.: Frau Prof. Hanne Wandtke (Tänzerin), Isolde Matkey (Dramaturgin), Uwe Kraus (Komponist), Dr. Günter Heinz (Posaunist), Matthias Macht (Schlagzeuger) und Hartmut Dorschner (Komponist).

Die ersten Aktivitäten des neuen Vereins waren: jeden Donnerstag das „Konzert am Kamin“ - eine Improvisations-Werkstatt, initiiert von Matthias Macht und Hartmut Dorschner -, die Tanzimprovisation mit Palucca-Schülern von Hanne Wandtke, die Konzerte der „Krause Dorschner Musikkompagnie“ mit neuer komponierter Musik unter Anwesenheit der Komponisten und das „Festival frei improvisierter Musik“ (Günter Heinz).
Dazu gab es monatliche Ausstellungen im Bereich der bildenden Künste.

Im Jahr 2000 wurde von Jo Siamon Salich (Video-Medienkünstler), Hartmut Dorschner und der Computerfirma „dialogic“ das „blueLAB“ als erstes Dresdner Interface-Labor in der blauenFABRIK gegründet. Es ist eine interaktive Arbeitssituation und Experimentallabor für computergestützte Kunst, in der Tanzperformances, Installationen und interaktive Konzerte erarbeitet werden, welche europaweit aufgeführt wurden (z.B. Ars Electronica in Linz, Strassbourg und Salzburg). Das blueLAB ist auch ein Brückenschlag zum Festspielhaus Hellerau, wo gemeinsame Produktionen mit der CynetArt und dem Zentrum der europäischen Künste entstanden sind.

Eine Zeitlang gab es auch „Das Festival bedrohter Art“ - ein genreübergreifendes, von Hartmut Dorschner initiiertes Festival mit Künstlern aus der Region, wie Günter Baby Sommer, Jens Uwe Sommerschuh, Friedrich Schenker, Dietmar Diesner u.a. - das „Festival Indischer Musik“ (Leitung: Mario Faust) und die Theaterbrigade von Antje Grüner und Christian Schmidt.

Zwischen diesen vergleichsweise großen Projekten gab und gibt es viele kleinere Veranstaltungsreihen, wie Beteiligungen am Tanzherbst, Tanzplan Dresden und der Sächsischen Tanzwerkstatt, Examens- Konzerte und Ausstellungen, Proben und Konzerte der „Neuen Dresdner Kammermusik“, der „Sinfonietta Dresden“, des „Ensemble Courage e.V.“, des Trio Elole u.a.

An Stelle der Tanzimprovisation von Hanne Wandtke traten später Kurse und Workshops der Tänzerin und Choreographin Kerstin Dietze, und 2008/09 eine von Valentina Cabro geleitete Contact-Improvisation. Seit 2011 finden regelmäßig Flamenco-Kurse und Konzerte statt.
Seit dem Herbst 2009 findet an jedem zweiten Mittwoch die „blaueBÜHNE“ als Plattform für junge Künstler, insbesondere im Bereich Jazz und frei improvisierter Musik aber auch aus anderen künstlerischen Genres, statt.
Ebenfalls seit dem Herbst 2009 nutzt die „Offene Bühne Dresden“ jeden letzten Sonntag im Monat den Saal für einen offenen, bunten Abend, auf dem viele Nachwuchskünstler insbesondere aus dem Bereich Song, Poetry, Kabarett und Folk auftreten. Schon mancher mittlerweile etwas bekannterer Künstler der Nachwuchsszene hat dort seinen ersten öffentlichen Auftritt gehabt.

Seit 2011 finden in Kooperation mit dem "Jazzkollektiv Dresden" jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat die "In Sessions with..." - eine Jazz-Jam-Session mit Opener von Studenten der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" - statt.

Die blaueFABRIK wird neben dem blueLAB auch von anderen Künstler als Arbeitsraum genutzt. So gibt es den Schlagzeugprobenraum von Jörg Ritter (NYUTO) und die Maler Christopher Simpson (GB) und Walter Battisti (Italien) haben hier seit Jahren ihre Ateliers.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Blauen Fabrik befinden sich die "Fortuna Werkstätten" mit Atelier, Kleinverlag und Druckwerkstatt von Dirk Fröhlich, der in der Vergangenheit viele Projekte zusammen mit bzw. in der Blauen Fabrik realisierte.

2005 wurde die blaueFABRIK mit dem Kulturförderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet.

2006 und seit 2010 erhält die blaueFABRIK institutionelle Förderung der Stadt Dresden. Im ersten Bericht zur "Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden" 2011 wurde sie als ein wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst besonders hervorgehoben.

2013 musste die Blaue Fabrik umziehen und fand als "Zwischenlösung" nur sehr ungeeignete Räumlichkeiten in einem DDR Verwaltungsbau hinter der Post auf der Königsbrücker Straße.

2014 fand die von der EU geförderte deutsch-tschechische Ausstellungsreihe "[parablau]: Dresden / Ústi nad labem" statt.

2016 (September) eröffnete die Blaue Fabrik in der sog. "Grünen Villa" Eisenbahnstraße 1, 01097 Dresden neu. Dort stehen 15 Ateliers, ein Art-in-Residence-Atelier, Gästezimmer, Projekträume und Freiflächen im Außenbereich, sowie ein "Lichthof" mit 15m Deckenhöhe für öffentliche Veranstaltungen, zur Verfügung.