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Spielvereinigung Süd feat. Hendrika Entzian + MARBLE

2018 wurde Hendrika Entzian mit dem WDR Jazzpreis in der Sparte Komposition ausgezeichnet. Davor hatte die 1984 geborene Kontrabassistin mit dem nach ihr benannten, 2012 gegründeten Quartett zwei Alben (Turnus 2015 und Pivot 2017) bei Traumton veröffentlicht, die weithin gelobt wurden. Ralf Dombrowski hob im Jazzthing besonders Entzians Qualitäten als Bandleaderin hervor: „Tatsächlich klingt […] in sich geschlossen und musikalisch unaufgeregt souverän. Das liegt an den Kompositionen, die die Balance zwischen improvisierender Offenheit und rahmender Struktur wahren.“ Im österreichischen Musikmagazin Concerto war zu lesen: „Einem oberflächlichen und unaufmerksamen Hörgang wird die nuancierte Eleganz […] verschlossen bleiben. All jenen, die an pointierter, songhaft prägnant verdichteter musikalischer Intelligenz und ruhig vorgetragenem, schönem Spiel Gefallen finden können, sei die CD empfohlen.“
Parallel zu ihrer Arbeit mit dem Quartett begann Hendrika Entzian, Kontakte zu bekannten Großformationen zu vertiefen Mehrfach komponierte sie für die WDR-Bigband und das niederländische Metropole Orkest (das neben einem erweiterten Bläser- auch einen Streichersatz umfasst). Zu Entzians Preisträgerkonzert im Rahmen des WDR-Jazzfests 2018 schrieb Stefan Hentz im Jazzpodium: „mit ihrer facettenreichen Komposition dokumentiert [Entzian], wie viel klanglicher und struktureller Spielraum noch in dem Format Big Band steckt.“
Hendrika Entzian reizt der je nach Bandgröße ganz unterschiedliche Umgang mit ihren Kompositionen. Natürlich auch die Chance, vertrauten Stücken neue Facetten hinzuzufügen. „Die großen Versionen erzählen ganz andere Geschichten. Bei einem Quartett finden alle Beteiligten intuitiv ihren Weg durch eine Komposition, für die Bigband muss die Dramaturgie viel stärker im Voraus durchdacht werden. Etwa wie Intros oder Zwischenspiele angelegt sind, welche Klangfarben sich durch die Vielfalt der Instrumente kreieren lassen, wo der Höhepunkt platziert wird und wer ein Solo bekommt.“
Auf den ersten Blick scheinen zwischen einem beweglichen, von Spontaneität geprägten Quartett und dem klanggewaltigen, aber nur langsam die Richtung wechselnden „Tanker“ Bigband Welten zu liegen. Tatsächlich gelingt es Entzians Gestaltungswillen, diese strukturelle Kluft zu überbrücken. Inspiriert vom Quartett denkt sie in ihren Arrangements vom Kleinen in Große, überträgt interaktive Elemente und öffnet Räume für die individuelle Ausdruckskraft der Musiker*innen. „Wichtig ist, dass das Ensemble trotz seiner Größe und der durchkomponierten Musik beweglich und spontan bleibt und seine großartigen Improvisatoren in Szene setzen kann. Deswegen habe ich nicht ein bereits bestehendes Orchester angefragt, sondern diese Band gegründet. Die Musik wird nur lebendig, wenn die Beteiligten ihren persönlichen Sound dazu geben.”
Der Titel des Albums spiele mit der Doppelbedeutung des englischen Wortes, Murmeln und Marmor, rund und fest, erklärt Entzian. „Ich mag die fließenden Strukturen, die sich in Marmor finden, und die dadurch möglichen Perspektivwechsel.“ Dass es zu Marble Pt.2 keinen ersten Teil auf der CD gibt, hat einen profanen Grund: der 2. Teil wurde einfach eher fertig, während die ursprüngliche Idee, aus der Part 2 abgeleitet wurde, noch ihrer Ausarbeitung herrscht.
Entzian und ihre Musiker vereinen Aspekte zeitloser orchestraler Farbigkeit, individuelle Ideen und kluge Themenentwicklung. Mit Energie, Spielfreude und Klangfülle kann Hendrika Entzian+ ein vielschichtiges, auch jüngeres Publikum begeistern.

www.Hendrika-Entzian.de                                                  Spielvereinigungsued.de

 

 

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